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13.04.2011, 09:47 Uhr | Zevener Zeitung
Vom Amtmann zum Bürgermeister
Zeven. Die 1025-jährige Geschichte Zevens beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung. 986 weist Kaiser Otto III. dem Kloster in Heeslingen Einkünfte aus Zeven zu. Erst 130 Jahre später gewinnt der Ort mit der Verlegung des Heeslinger Nonnenklosters sechs Kilometer westwärts an das Ufer der Mehde an Bedeutung. Mit diesem Umzug beginnt die eigentliche Geschichte Zevens, die rund 500 Jahre vom Kloster bestimmt wird.

Die Verwaltung des Klosters und der Ländereien oblag dem Klosteramtmann, während sich die Äbtissin um die inneren Angelegenheiten kümmerte.

Mit Ende des 30-jährigen Krieges kamen Zeven und das Kloster unter schwedische Herrschaft. Den Besitz des Klosters erhielt der schwedische Graf Douglas von der schwedischen Königin Christine als Lehen. Erneut hatte ein Amtmann das Sagen.

1714 sicherte sich der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg (Hannover), Georg Ludwig (als Georg I. König von England) die unter dänischer Verwaltung stehenden schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden (und damit Zeven). 1719 verkaufte die schwedische Krone die Herzogtümer an den Kurfürsten.

Die vormaligen Klostergüter im Lande wurden nun zusammengefasst und von der Klosterkammer verwaltet. Einen Teil des Besitzes gab die Kammer zur Besiedelung frei – in Zeven war das das Areal zwischen Schul-, Linden-, Bäckerstraße und Busbahnhof. Der Flecken Zeven erhielt einen Fleckensvorsteher.

Ein Menschenalter später traten die Franzosen auf den Plan. Nach der Kapitulation der Hannoveraner vor Napoleon Bonaparte wurde Zeven 1804 Teil eines französischen Gouvernements, kam dann unter preußische Herrschaft und wurde nach dem Sieg der Grande Armée 1807 Teil des von Napoleons Bruder Jérôme regierten Königsreichs Westfalen. Kurz darauf trennte der Kaiser der Franzosen den nördlichen Teil des Königreichs ab und schlug ihn dem Kaiserreich zu.

Maire gehört zum Canton

Den Zevenern stand jetzt ein eingesetzter Maire vor. Die Mairie Zeven gehörte zum Canton Zeven, war Teil des Arrondissements Stade und ging im Departement Elbe-Mündung auf.

Nach dem Sieg über die Franzosen wurde das Kurfürstentum Hannover 1814 auf dem Wiener Kongress zum Königreich erhoben. Aus dem Maire wurde wieder ein Fleckensvorsteher. Im Zuge der Revolution von 1848 trat 1852 eine neue Gemeindeverfassung in Kraft. Fortan wechselte der Fleckensvorsteher nicht mehr reihum, sondern wurde gewählt. August Grothe ist der erste dieser gewählten Vorsteher. Er amtierte von 1854 bis 1873 und blieb somit auch nach der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 im Amt. Grothes Nachfolger waren Jacob Schlüsing (1874 bis 1875), Heinrich Dreyer (1875 bis 1896), Grothe (1897 bis 1902), Heinrich Lühmann (1902 bis 1910), Karl Jahreiß (1911 bis 1915), Hinrich Bellmann (1916 bis 1922) und August Lindenkohl (ab 1922).

In Lindenkohls Amtszeit fiel die Verleihung der Stadtrechte. Am 25. Oktober 1929 wurde Zeven durch Erlass des preußischen Staatsministeriums Stadt. Die städtische Verfassung machte aus dem Fleckensvorsteher einen Bürgermeister. Lindenkohl war der erste Inhaber dieses Amtes. Er blieb es bis zu seiner Absetzung durch die englischen Besatzer bei Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Engländer setzten Friedrich Lange an seine Stelle. Die Wähler bestätigten ihn im Amt. Lange blieb bis 1953 Bürgermeister.

Dr. August Eickhoff löste ihn ab. Er stand bis 1968 an der Spitze des Stadtrates. Sein Nachfolger wurde Fritz Busse (1968 bis 1972), dessen Platz anschließend Hinrich Jürs (1972 bis 1984) einnahm. Günter Weigel folgte ihm (1984 bis 2001). Seit 2001 trägt Hans-Joachim Jaap die Kette des Bürgermeisters.

Hinzuweisen ist an dieser Stelle darauf, dass August Lindenkohl der einzige Bürgermeister war, der neben der Übernahme der repräsentativen Pflichten auch die Verwaltung zu führen hatte. Seit Fritz Langes Zeiten führt der Stadtdirektor die Geschäfte, während der Bürgermeister die Stadt repräsentiert und dem Rat, der die politischen Beschlüsse herbeiführt, vorsitzt. (tk)

Serie 1025 Jahre Zeven

Folge 8: Die nächste Folge erscheint am kommenden Sonnabend. Dann schildert eine Frau, die in Zeven aufwuchs und heute in Berlin lebt, ihre Eindrücke, die sie nach Kriegsende in der Kirche sammelte.